Ahoi, der CCB auf hoher See

Wir begleiten den Arbeitsalltag des Hochseeschleppers Wangerooge,                verfolgen den Pilotenlehrgang – Überleben auf See - Open Sea Survival Training
Am 14. August 2009 hieß es Aufstehen vorm Wach werden, denn Abfahrt war um 4.45 Uhr, Cuxhaven unser Ziel. Dort wartete die Marine auf uns, hielt eine Rolle Seemannsgarn bereit und versprach uns außerdem einen erlebnisreichen Tag auf See. Um es gleich vorweg zu nehmen, man hat es gehalten und jede Erwartung um ein Vielfaches übertroffen.
PlatzhalterbildDoch zunächst fuhren wir dem Tag entgegen und als es langsam heller wurde, wurde immer deutlicher, das Wetter lässt uns nicht im Stich, dies wird ein schöner Tag. Horst hätte die ersten Fotos am liebsten noch auf der Autobahn geschossen, im Hafen war dann kein Halten mehr. Die Autotüren flogen auf, fotobegeisterte Teilnehmer griffen zur Kamera und wurden mit dem Sonnenaufgang im Hafen belohnt. Schon da war klar, das frühe Aufstehen und die Fahrt haben sich gelohnt und dabei waren wir noch gar nicht an Bord.
Dort wurden wir aber schon erwartet, herzlich begrüßt und zum Seemannsfrühstück gebeten. In der gemütlichen unteren Messe warteten Brötchen und Kaffee auf uns, selbst Rührei wurde zubereitet, es wurde immer besser. Unsere persönliche Betreuung übernahm der 1. Offizier Zimmermann, Ingo ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle auch fürs Aufräumen der Kabine, die uns als Stauraum zur Verfügung stand.
7.00 Uhr dann Leinen los und es begann ein Feuerwerk der fotografischen Möglichkeiten mit denen die Meisten in dieser Form nicht gerechnet haben.
Doch der Reihe nach, zunächst ging es aufs Oberdeck, dort bekamen wir erste Informationen und warteten auf das fotografische OK der Piloten, das aber nicht lange auf sich warten ließ. Es wurde vom sehr verständnisvollen Lehrgangsleiter überbracht. Danach durften wir, bis auf den ersten Teilnehmer, knipsen was die Speicherkarten hergaben. Wir konnten auf jedes Deck, oben wie unten und man brachte uns jedes Verständnis entgegen, solange wir den Ablauf nicht störten. Aber das hatten wir ja nicht vor und nebenbei dafür auch keine Zeit. Denn als wir nach einer guten Stunde das Zielgebiet Neuwerk Reede erreicht haben, waren die ersten Speicherkarten schon voll.
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Wolken, Wellen und Gischt, Seezeichen, Fischerboote, Frachter, Containerschiffe, Schiffsdetails vom Tau bis zum Haken – die Mannschaft staunte nicht schlecht, was ihr Alltag für Landratten alles so zu bieten hat.
Ja und dann ging es erst richtig los. Die Lehrgangsteilnehmer waren inzwischen in voller Montur und bereit über die Kante zu springen und wir mitten im Geschehen. Welchen Standort wir auch wählten, es war immer ein Motiv zu finden. Ob wir uns nun über die Reling hingen um den Ablauf des Sprungs zu verfolgen oder aus luftiger Höhe den Rettungsvorgang einfingen, es war Erlebnis pur. Da mehrere Piloten an der Reihe waren, konnte man die Standorte auch in Ruhe wechseln und alle Möglichkeiten ausschöpfen. Das absolute Highlight war dann die Rettung durch den Hubschrauber. Erst mit dem Tele das Hochziehen in den Heli und dann hautnah das Zurückbringen aufs Schiff. Auge in Auge mit der Hubschrauberbesatzung  machten wir unsere Fotos, abgesichert durch Gehörschutz und sicher durch einen routinierten Ablauf an Bord haben wir Action pur erlebt.
Als um 11.00 Uhr in die Messe zum warmen Eintopf gebeten wurde, konnten wir uns kaum trennen. Da wir uns aber an den Ablauf halten wollten und Seeluft eben doch hungrig macht, ließen wir es uns dann richtig schmecken. Ein Danke der Küche und dem Stuart.

   
 
Wieder an Deck, die letzten Rettungsflüge ansehen, immer die Kamera im Anschlag und mit Kreuzfahrer-Feeling zurück zum Hafen. Die Jacken inzwischen zu warm, die Mütze lange verstaut, die Reisetabletten nie von Nöten, die Stimmung zwischen Traum und Wirklichkeit. Ein letzter Überflug des Hubschraubers mit winkender Besatzung und Volldampf, Cuxhaven wir kommen. Dort machten wir es uns noch mit Kaffee und Kuchen gemütlich und ließen die Tour langsam ausklingen.
Ein Danke der ganzen Mannschaft, dem Presse- und Informationszentrum in Nordholz und ganz besonders dem ersten Offizier Ingo Zimmermann für diesen tollen Tag!
Ein Bericht von Conny Speckert